Fördergelder von Land, Bund und EU sind immer willkommene Finanzspritzen. Bad Münstereifel hat in der Vergangenheit viel von der Förderpraxis profitiert (Bahnhofumbau, Mauersanierung, etc.). Wie man sieht liegen diese Maßnahmen allerdings eine gute Weile zurück.
Die Fördergeber für touristische Maßnahmen haben seit einiger Zeit neue Vergabekriterien. So werden nicht mehr Anträge bewilligt oder nicht, jetzt gibt es so genannte Calls, die auf spezielle Projekte ausgerichtet sind. Auf diese Calls kann man sich bewerben. Allerdings kommen nur noch regional-abgestimmte Bewerbungen überhaupt in die Auswahl.
In der Kreistagsfraktion erzählte mir mein Kollege und Regionalratsmitglied Andreas Schulte von der Vergabepraxis des Regionalrats, der für die Verteilung der Mittel zustädig ist. Als Beispiel nannte er einen Antrag von Blankenheim auf Förderung einer Kulturarena. Dieser Antrag fand nicht einmal den Weg in die Beratungen. Schulte erzählte, nicht regional vorgebrachte Maßnahmen werden rigoros aussortiert.

Unter anderem aus diesem Grund will der Kreis nun eine Tourismus-GmbH gründen, an der sich, nach Möglichkeit, alle Kommunen beteiligen sollen. Weiter soll die GmbH den Tourismus im Kreis Euskirchen vernetzen und überregional vermarkten.

Bad Münstereifel ist eine von vier Kommunen, die sich nicht daran beteiligen möchte. Bereits seit über einem Jahr kämpfe ich, insbesondere mit meinem Kollegen und Kreistagsfraktionsmitglied Matthias Hürten, mit der SPD Bad Münstereifel dafür, dass Bad Münstereifel bei der GmbH einsteigt. Allerdings konnten wir uns bisher noch nicht durchsetzen.

Als Gründe wurde bisher ins Feld geführt, man würde seine touristische Eigenständigkeit verlieren und man hätte im Tourismus mehr Erfahrung.
Diese Argumentation ist dermaßen hanebüschen. Die Kreis-GmbH soll lediglich vernetzen und gemeinsame Projekte entwickeln, für die dann Fördermittel eingetrieben werden und die überregional beworben werden. Die volle Souveränität in Sachen Tourismus würde bei der Stadt verbleiben.

Außerdem muss man sich doch mal vor Augen führen, dass Bad Münstereifel schon lange nicht mehr der alleinige Spitzenreiter und das Zugpferd im Kreis Euskirchen ist. Der Tourismus in Bad Münstereife stagniert bestenfalls. Andere Städte um uns herum, wie Nettersheim, Schleiden und selbst Mechernich sind viel aktiver und kreativer in der Erarbeitung neuer Tourismus-Strategien. Hier aber lebt die Verwaltung und Teile der Politik immer noch gedanklich in den Siebziger-Jahren.
Bad Münstereifel könnte ein kreativer Gedankenaustausch auf Kreisebene gut tun. Auch überregionale Vermarktung tut keinem weh, im Gegenteil, professionelles Marketing täte not.

Die finanzielle Zuwendungen von Land, Bund und EU könnten wir gut für die Instandhaltung und Weiterentwicklung unserer touristischen Infrastruktur gebrauchen. Die Möglichkeit der Förderung würden wir uns durch einen Nichtbeitritt selbst verbauen.
Bürgermeister Büttner erzählt zwar immer Bad Münstereifel wäre doch in der touristischen Arbeitsgemeinschaft “Quellendreieck” und könnte so Gelder gewinnen. Doch da zeigt sich, dass er die Sachlage nicht einschätzen kann. Erstens ist die Förderung von touristischen Arbeitsgemeinschaften längst veraltet und selbst wenn, wäre der Zusammenschluss viel zu klein, um einen regionalen Kontext darzustellen.

Für einen funktionierenden und einträglichen Tourismus über den Tagestourismus hinaus werde ich mich weiter einsetzen und für die Mitgliedschaft Bad Münstereifels in der Tourismus-GmbH kämpfen.