© Thorben Wengert  / pixelio.de

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Seit einiger Zeit schon befürwortet die SPD in Bad Münstereifel die Ausweisung einer Windkraftkonzentrationszone auf städtischer Fläche. Hintergrund ist, dass ohne eine solche Zone jedes Windkraftvorhaben “privilegiert”, also auf jeder Fläche grundsätzlich genehmigt werden muss.  Daraus ergibt sich das Problem, dass die Stadt nicht mehr entscheiden kann, wo sie Windkraft für vertretbar bzw. am wenigsten belastend hält. Es folgt die sogenannte wilde “Verspargelung” der Landschaft. Das Problem ist bereits akut, da sich ein Investor zum Bau zweier Windräder in der Nähe von Schönau entschlossen hat. Da es sich dabei um eine äußerst exponierte Fläche handelt, sind nicht nur die betroffenen Anwohner gegen die beiden Räder, sondern mehrheitlich auch die Politik. Der Standort ist jetzt Gegenstand eines Gerichtsverfahrens.

Um dem Gebot einer Konzentrationszone zu entsprechen und auch in Bad Münstereifel einen Beitrag zur Erzeugung erneuerbarer Energien zu leisten, hat die SPD eine neuerliche Initiative für eine Windkraftzone unternommen. Hintergrund des neuen Anlaufs ist der jüngste Erlass zur Windkraftnutzung der rot-grünen Landesregierung, in dem jetzt auch Windräder in Waldflächen erlaubt werden. Das eröffnet neue Möglichkeiten einen Windpark möglichst weit weg von jeglicher Bebauung zu realisieren und damit mögliche Belastungen so gering wie möglich zu halten.

Darüber hinaus entstehen der Stadt durch die Realisierung auf städtischer Fläche zusätzliche Einnahmen. Pro Windrad und Jahr sind mit Pachterlösen zwischen 15.000 – 30.000 Euro zu rechnen. Dazu kämen noch weitere Einnahmen durch die Gewerbesteuer, die am Ort der Windräder entsteht. Nach Vorstellung der SPD sollten diese Einnahmen auch der Bevölkerung zu Gute kommen, vorstellbar sei die Gründung einer Bürgerstiftung zur Förderung sozialer, kultureller oder sportlicher Belange. Ebenso kann sich die SPD die Realisierung eines Windparks in Form eines sogenannten Bürgerwindparks vorstellen.

Die SPD hat für eine solche Konzentrationszone im Wald mehrere Flächen durch eine Fachfirma identifizieren lassen und möchte über diese Flächen eine offene und breite Diskussion anstoßen. Es soll dabei insbesondere eine breite Bürgerbeteiligung stattfinden, die in eine überparteiliche, möglichst konsensuale Entschlussfassung münden soll. Im Rahmen der Diskussion über die möglichen Flächen sollen besonders auch mögliche Umwelteinflüsse berücksichtigt werden.

Es handelt sich um folgende Flächen:

  • Hartenberg (Arloffer Wald)
  • Hirnberg (Bad Münstereifel)
  • Pfaffenbusch (südlich von Nöthen)
  • oberhalb von Kop Nück
  • zwischen Mahlberg und Effelsberg (hinter L 113)
  • hinter der Ahrstraße (L 498 nach Kahlenberg)
  • Hahnenberg (hinter Paul-Möhrer-Weg)
  • Mönchsheide (bei Scheuren)

Bericht der Rundschau zur Vorstellung der SPD-Initiative.