Es ist ja nichts neues, dass man in Bad Münstereifel mehr Energie darauf verwendet Gründe dafür zu finden, warum etwas nicht geht, anstatt Wege für eine Maßnahme zu finden. Aber jetzt hat der Negativ-Aufwand eine neue Dimension angenommen.

Im Rahmen der Diskussion um die Übertragung der Kindergärten telefoniert man Eltern hinterher, die Aussagen der Verwaltung bei Oberbehörden hinterfragen. Der Allgemeine Vertreter des Bürgermeister, einer der bestbezahlten Menschen im Rathaus, hat nichts besseres zu tun, als selbst zum Hörer zu greifen und die Gespräche einer Mutter nach zu verfolgen. Das Innenministerium weigert sich mittlerweile rechtliche Nachfragen von Bürgern zu beantworten. Angeblich liegt sogar ein Protokoll über das Gespräch zwischen der Mutter und dem Ministerium vor.

Damit aber nicht genug. Mitarbeitern der Verwaltung wurde mit Abmahnung gedroht, weil sie sich angeblich negativ zu den Übertragungsplänen geäußert haben sollen. Arbeitsrechtlich natürlich völlig unhaltbar, habe man von Konsequenzen allerdings abgesehen, weil es sich um verdiente Kräfte handelt.

Hier sollen Eltern und Mitarbeiter auf eine unwürdige und juristisch fragwürdige Art und Weise mundtot gemacht werden. Wenn ich mir vorstelle, welche Energie man in die “Gegnerbeobachtung” und “Feindanalyse” steckt und wenn ich mir ausmale, welche Summen an Steuergeldern in Form von Arbeitszeit der Verwaltungsmitarbeiter darauf verwendet wird, dann frage ich mich, was man alles Positives damit hätte erreichen können.

Anstatt über die Auswirkungen der Übertragung und deren politische Gebotenheit bzw. Unsinnigkeit zu diskutieren, wird nur noch darüber gesprochen wer wann mit wem worüber gesprochen hat. Demnächst werden in Bad Münstereifel noch die ersten Telefone abgehört.

Das Verhalten des Bürgermeisters und seiner Verwaltungsspitze erinnert mich an das Staatsverständnis von Über-/Unterordnung des vorletzten Jahrhunderts, gelinde gesagt. Assoziation an eine Bananenrepublik und Agentenfilme kommen in mir hoch, wenn ich an die Vorgänge in den letzten Tagen denke.