(CC BY-NC 2.0) eisenrath / flickr.com

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Sven Böll fordert bei Spiegel Online eine breite öffentliche Diskussion darüber, wie es mit der EU weitergehen soll.

Diese Debatte darf nicht nur im Bundestag und in all den Talkshows mit ihrem Gerede ohne Erkenntniswert geführt werden. Es reichen auch keine bunten Broschüren und Werbefilmchen, die eh niemanden überzeugen.

Nein, die gesamte Gesellschaft, also wir alle, müssen darüber reden, welches Europa wir wollen. In der Schule, in der Familie, am Arbeitsplatz, bei Facebook – überall. Je leidenschaftlicher, desto besser.

Seine Aufforderung hat mich dazu bewegt spontan meine Gedanken zur EU niederzuschreiben.

Vorneweg möchte ich sagen: Ich bin froh,

Wenn sich die EU jetzt noch von einer reinen Wirtschaftsunion hin zu einer wirklichen Union auch mit sozialen Standards entwickelt, dann profitiert Deutschland viel mehr, als es vermeintlich leidet.

Der EU und vor allem der Brüsseler Bürokratie werden viele negative Attribute zugeordnet.

Gerne wird vom “Molloch Brüssel” gesprochen. Fakt ist, dass für die Europäische Union ca. 30.000 Menschen arbeiten. Das enstpricht etwa der Mitarbeiterzahl der Stadt München. Der EU gehören derzeit etwa 502 Mio. Menschen an (pdf), in München leben dagegen ca. 1,38 Mio. Menschen (pdf). Angeblich überzieht Europa uns mit einer Flut an Regeln und Gesetzen. Als Beispiel wird dazu immer die Gurkenkrümmungsverordnung angebracht. Dabei hat es sich grade bei dieser Verordnung um einen Wunsch zur Regelung der Speditionsbranche gehandelt, die mittlerweile nicht mehr in Kraft ist.

Gerade in letzter Zeit hört man wieder häufiger die Rufe nach der Wiedereinführung der D-Mark. Es wird immer bemängelt, dass die Einführung des Euro die Waren verteuert hat. Dabei zeigen nahezu alle Studien, dass dem nicht so ist. So lag die Inflation in Deutschland seit Einführung des Euro durchschnittlich bei etwa 1,6 Prozent pro Jahr. Im Vergleich dazu lag die Inflation von 1949 bis 1998 durchschnittlich bei rund drei Prozent pro Jahr. Daneben muss man zusätzlich berücksichtigen, dass durch die Gemeinschaftswährung und die Abschaffung der Zölle in der EU deutsche Produkte in der Union besser verkauft werden können.

Das waren spontan nur ein paar Gedanken, unterfüttert mit ein paar Fakten. Im Ergebnis profitiert Deutschland trotz seiner Position als größter Nettozahler der EU weit mehr, als die EU-Mitgliedschaft schadet.

Weitere Infos:
Mein Europa: Infos zu Rechten, die die EU ermöglicht hat, Ratschläge und viele Tipps.
Infoseite der EU zu EU-Mythen.
Der Euro bringt uns allen Vorteile (pdf).
Die fatalen Irrtümer der D-Mark-Nostalgiker.