Heiß diskutiert wird gerade das Thema Kinderarmut. Auch im Kreis Euskirchen hat sich die SPD vorgenommen tiefer mit dem Thema zu beschäftigen. Ein erster Aufschlag fand gestern im Ausschuss für Schulen und Soziales statt.

Laut einer Studie der OECD ist in Deutschland jedes achte Kind arm oder von Armut bedroht. Unicef schreibt, dass Deutschland den höchsten Stand seit 1990 erreicht hat. Alles dramatisch und leider immer noch nicht auf der politischen Agenda auf höchste Priorität gesetzt.

Bei meinen Recherchen zum Thema bin ich auf eine interessante Mitteilung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln gestoßen. Das Institut, das nicht gerade im Verdacht steht der SPD oder einem starken Sozialstaat nahe zu sein, sieht in seiner Meldung einen direkten Zusammenhang zwischen Kinderbetreuung und Kinderarmut. Danach sind Kinder, die eine Kinderbetreuungseinrichtung besuchen oder besucht haben, weniger von Kinderarmut bedroht. Außerdem schneiden Länder mit hohen Betreuungsquoten besser bei Kinderarmut ab. Und das unabhängig von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Landes. So liegen Länder wie Polen und Ungarn im Hinblick auf Kinderarmut vor Deutschland und Österreich.

Ebenso schnitten Kinder, die eine Einrichtung besuchten, bei den PISA-Studien durchschnittlich besser ab als Kinder, die keine KiTa-Einrichtung besucht haben.

Die Wirtschaftsexperten fordern daher eine flächendeckenden Ausbau der Kinderbetreuung für Kinder unter drei. Weiter spricht sich das IW für eine gebührenfreie Betreuung ab dem dritten Lebensjahr aus. All das fordert die SPD seit langem und wird dafür von diversen Seiten angefeindet.

Ich möchte diese Einsicht auf die kommunale Ebene herunterbrechen und schnelle Ergebnisse erwirken.
Mit den Fachleuten aus Pädagogik und nun auch aus Wirtschaft im Rücken müssten sich auch langsam die letzten Zweifler überzeugen lassen. Um aber nicht auf einen großen Wurf aus Berlin oder Düsseldorf warten zu müssen versuche ich kurzfristig umsetzbare kleine Schritte auf diesem Weg zu bereiten.

Denn in einem Land, in dem es weder Gold, Öl noch andere Wertstoffe gibt, ist das Potential der Kinder das Wichtigste, in das es zu investieren lohnt.
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Siehe auch:
AWO-Studie zur Kinderarmut in Deutschland
3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung