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Zukunft von Jugendzentrum und Stadtbücherei

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Die Stadtbücherei und der Jugendtreff “KICK” unter einem Dach in der Kölner Str. 4

Zur Zeit wird über den Verkauf des Gebäudes an der Kölner Straße diskutiert, in dem sich das vom Kinderschutzbund betriebene Jugendzentrum “KICK” sowie die Stadtbücherei befinden.

Hintergrund der Diskussion ist das Interesse eines Investors, der das Gebäude in ein Ärztehaus umwandeln möchte. Eine konkrete Entscheidung steht derzeit aber nicht an. Zur Zeit ist lediglich beschlossen worden, den Wert des Gebäudes objektiv durch den Kreisgutachterausschuss feststellen zu lassen. Damit ist ein Verkauf noch nicht beschlossen und noch keine Vorfestlegung erfolgt.

Nichtsdestotrotz kursieren diverse Infos und Gerüchte zu einem eventuellen Verkauf des Gebäudes durch die Stadt. Deshalb möchte ich ein paar Informationen und meine Meinung erläutern.

Vorab direkt: für mich und die SPD kommt ein Verkauf erst in Frage, wenn für den KICK und die Stadtbücherei jeweils konkrete und vernünftige Alternativen feststehen. Grundsätzlich habe ich kein Problem mit einem Verkauf, solange vorher jeweils konkrete und vernünftige Alternativen feststehen und beiden Einrichtungen eine Planungssicherheit gewährt wird. Umgekehrt ist für mich aber auch klar: Sollte es keine vernünftigen Alternativen geben, dann kann es, nach meiner Auffassung, auch keinen Verkauf geben.

Folgende Alternativen sind von der Stadtverwaltung untersucht worden. Die Bemerkungen sind Bemerkungen der Stadtverwaltung:

  • Bahnhof. Eine barrierefreie Nutzung wäre nicht möglich, da mehrere Geschosse genutzt werden müssten. Dazu wären Umbaumaßnahmen erforderlich. Weiter sind einige Fördergelder für den Bahnhof geflossen, die eventuell zurückzuzahlen wären.
  • “Primanerbau” (Anbau am Konvikt, Trierer Str. 16). Eine barrierefreie Nutzung wäre nicht möglich, da mehrere Geschosse genutzt werden müssten. Wird darüber hinaus von der Schulleitung und dem Kinderschutzbung aus fachlicher Sicht nicht befürwortet. Dazu wären Umbaumaßnahmen erforderlich. Weiter sind einige Fördergelder für das Gebäude geflossen, die eventuell zurückzuzahlen wären.
  • St. Michael Gymnasium (Altbau Südflügel). Käme nur für Stadtbücherei in Betracht. Die Schule kann jedoch nicht auf die Räume verzichten. Weiter wären Umbaumaßnahmen erforderlich.
  • OGS (Klosterplatz 4). Käme nur für Jugendtreff in Betracht. Die Offene Ganztagsschule (OGS) müsste in die Grundschule umziehen. Der Jugendtreff hätte dann deutlich mehr Platz. Es würden Baumaßnahmen erforderlich. Für das Gebäude sind Fördergelder geflossen, die eventuell zurückzuzahlen wären.
  • Jugendraum Mimi-Renno-Halle (Glasraum). Käme nur für Jugendtreff in Betracht. Es würden Baumaßnahmen erforderlich. Für das Gebäude sind Fördergelder geflossen, die eventuell zurückzuzahlen wären. Meiner Meinung nach, ist die Fläche zu klein für einen Jugendtreff.
  • Ehemalige Feuerwache (Klosterplatz 2). Käme nur als Bücherei in Betracht. Das Objekt ist derzeit vermietet. Eine erhebliche Reduzierung der Fläche wäre die Folge, allerdings ist die Lage gut. Es wären Umbaumaßnahmen erforderlich.
  • Kölner Str. 6. Käme als Jugendtreff in Betracht. Die Stadt ist seit Kurzem Eigentümer. Das Objekt ist teilweise vermietet. Für die Fläche gilt derzeit eine Veränderungssperre, da die Planungen im Hinblick auf das Parkdeck und die Zuwegung der Feuerwache noch unklar sind. Es wären Umbaumaßnahmen erforderlich.
  • Kulturhaus Theater 1. Käme als Bücherei in Betracht. Das Objekt ist derzeit in Erbbaurecht verpachtet. Es wären Umbaumaßnahmen erforderlich und es könnte nicht barrierefrei genutzt werden.

In dem Zusammenhang ist auch die aktuelle Diskussion über die personelle Ausstattung der Jugendzentren im Kreis Euskirchen relevant.

Im Kreistag wird derzeit über die Fortschreibung des “Kommunalen Kinder- und Jugendförderplanes” diskutiert. In diesem Förderplan wird unter anderem auch die personelle Ausstattung der Jugendzentren festgelegt. Der Kreis Euskirchen trägt für alle Jugendzentren, die in dem Förderplan enthalten sind, die personelle Ausstattung. Kreisweit trägt der Kreis 12,81 Stellen. Die Verteilung auf die Kommunen richtet sich nach den Jugendeinwohnerwerten (JEW). Das bedeutet für Bad Münstereifel derzeit 1,09 Stellen. Hiermit wird das Personal des KICK in Bad Münstereifel und die teilweise Betreuung des Jugendtreffs in Arloff organisiert. Die Raumkosten trägt in Bad Münstereifel die Stadt.

Da die Zahlen der jugendlichen Einwohner im Kreis Euskirchen gesunken sind, steht eine Kürzung der Stellen auf 10,06 im Raum. Das würde für Bad Münstereifel eine Kürzung auf 0,81 Stellen bedeuten. Dass damit eine Verringerung des Angebotes und eventuell eine Gefährdung des Standorts Arloff einhergeht, muss klar sein.

Trotz gesunkener Anzahl an Jugendlichen bleiben die Besucherzahlen jedoch konstant. Die Inanspruchnahme der Einrichtungen „KICK“ und Jugendtreff Arloff durch Jugendliche ist nicht rückläufig. Das KICK und der Jugendtreff Arloff wird trotz weniger Jugendlichen in gleichem Umfang besucht und die Angebote in Anspruch genommen. Ein rückläufiger Bedarf bei Jugendlichen an den Angeboten der Einrichtungen ist trotz sinkender Anzahl Jugendlicher nicht erkennbar.

Das KICK und der Jugendtreff Arloff sowie insbesondere die Mitarbeiter leisten wertvolle Arbeit für Bad Münstereifel und für die jungen Einwohner Bad Münstereifels. Beide Einrichtungen stellen viel mehr als reine Freizeiteinrichtungen für junge Menschen dar. Sie sind ein wichtiger Baustein einer Angebotspalette unter anderem auch im Bereich der Sozialarbeit. Diese für Bad Münstereifel so wichtige Angebote sind auch Ausdruck eines kinder- und jugendfreundlichen Bad Münstereifels, dass es unbedingt zu erhalten gilt.

Ich werde mich daher mit den Kollegen in den SPD-Fraktionen in Bad Münstereifel und im Kreis für eine Beibehaltung der Stellenanzahl einsetzen.

städtebauliche Veränderungen nordliche Vorstadt

Alle Fraktionen im Rat haben folgenden Antrag gestellt. Ihre Meinung dazu?

In der Veränderung liegt die Chance die Zukunft zu gestalten

Gemeinsamer Antrag der im Rat der Stadt Bad Münstereifel vertretenen Fraktionen zu städtebaulichen Neuausrichtung der nördlichen Vorstadt

Ausgangssituation:
Im Bereich der nördlichen Vorstadt von Bad Münstereifel zeichnen sich durch die geplante Errichtung von Spielhallen in einer Größenordnung von deutlich über 1000 m² Entwicklungen ab, die mit einer geordneten städtebaulichen Entwicklung nicht in Einklang zu bringen sind. Diese Entwicklung würde sich in einer Zeit vollziehen, in der die allgemeine Entwicklung unserer Stadt durchaus auch mit Sorge zu betrachten ist.

Alle im Rat vertretenen Fraktionen sehen hier einen unmittelbaren Handlungsbedarf und haben sich unter Wahrnehmung einer gemeinsamen politischen Verantwortung entschlossen, über Parteigrenzen hinweg Überlegungen für die weitere städtebauliche Entwicklung unserer Stadt zu erarbeiten. Die Stadt Bad Münstereifel benötigt einen sog. „roten Faden“, ein zukunftsfähiges Konzept der städtebaulichen Gesamtentwicklung, dass die bisherige teilbereichsbezogene Bebauungsplanung ersetzt.

Alle im Rat der Stadt Bad Münstereifel vertretenen Fraktionen beabsichtigen daher gemeinsam Überlegungen zu einem Stadtentwicklungskonzept zu erarbeiten, dass in definierten Bausteinen Entwicklungsperspektiven für die jeweiligen Teilräume der Innenstadt von Bad Münstereifel aufzeigen wird.

Die aktuellen Entwicklungen in der nördlichen Vorstadt zwingen dazu, diesen Bereich vorrangig zu betrachten und hier zeitnah, auch im Interesse der Eigentümer, zu Entwicklungsperspektiven zu kommen, die einerseits integraler Bestandteil einer städtebaulichen Gesamtentwicklung sind, die aber andererseits auch Investitionssicherheit für betroffene Grundstückseigentümer bieten.

Antrag:
Vor diesem Hintergrund stellen die im Rat der Stadt Bad Münstereifel vertretenen Fraktionen den folgenden Antrag:

  1. Im Bereich der nördlichen Vorstadt ist ein zeitnah neuer Bebauungsplan aufzustellen, der zusammenfassend die planungsrechtliche Grundlage für die weitere Entwicklung dieses Bereiches darstellt und den „Flickenteppich“ des bisherigen Planungsrechtes ersetzt. Das Plangebiet sollte in etwa einen Bereich umfassen, der im Norden die ehemaligen Firma Hettner und im Süden den bestehenden Discounter, beidseitig der Bundesstraße umfasst (ggf. auch nur bis zum Getränkemarkt Zweiffel und zum Eifel-Autocenter).
  2. Im Bereich zwischen den ehemaligen Opel-Autohaus und dem Getränkemarkt Zweiffel sind die planungsrechtlichen Voraussetzungen auch für die Zulässigkeit von Großflächigem Einzelhandel -Nahversorgung- (über eine Sortimentsfestlegung müsste noch diskutiert werden) zu schaffen. Dies schließt auch eine Anpassung des EZH-Konzeptes der Stadt Bad Münstereifel und eine entsprechende Abstimmung mit der Bezirksregierung Köln und der IHK-Aachen mit ein.
  3. Die konzeptionellen Überlegungen für die nördliche Vorstadt sollen auch einen ggf. erforderlichen neuen Standort für die Printenbäckerei Portz beinhalten. Hier ist an einen Produktionsbetrieb mit Verkauf und kleiner Gastronomie gedacht. Bei diesem Thema ist zu prüfen, inwieweit sich Synergien und Kooperationen ergeben könnten, zwischen der Produktion von Printen und dem Stephinsky-Kräuterlikör der Firma Zweiffel. Hier ist auch zu diskutieren, ob diese Nutzungen nicht als „Event-Produktionen“ mit Bad Münstereifeler Alleinstellungsmerkmal in die historische Altstadt gehören. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der Überlegungen zur städtebaulichen Neuausrichtung der Innenstadt, wie sie im Stadtentwicklungskonzept der Fraktionen formuliert und angedacht sind.
  4. Im Bereich der Hettner Hallen soll die planungsrechtliche Grundlage für eine gewerbliche Nutzung geschaffen werden, die u.a. auch die Möglichkeit eröffnet, einen Produktionsstandort für Holzenergie (Energiehof) -Hackschnitzel- zu betreiben. Dieser Bereich könnte damit auch im Zusammenhang mit dem Thema Holzvergasung Bedeutung erlangen.
  5. Im Bereich des Gebäudes Schumacher soll die zukünftige planungsrechtliche Grundlage auch Räume für freie Berufe ermöglichen, die nicht dem medizinischen Bereich zuzuordnen sind. Hier können auch Spielhallen als ausnahmsweise zulässige Nutzung, bis zu einer definierten Flächenobergrenze, zulässig bleiben.
  6. Der städtische Bauhof ist in die Überlegungen zu einer städtebaulichen Neuordnung des Plangebietes mit einzubeziehen. Das städtische Grundstück soll Teil der Neunutzungen werden und der Bauhof ist entsprechend zu verlagern. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass sich dies finanziell positiv für die Stadt Bad Münstereifel darstellen lässt.

Zeitliche Perspektive:
Die beschriebe städtebauliche Neuausrichtung der nördlichen Vorstadt führt derzeit auch dazu, dass beabsichtigte Investitionen nicht getätigt werden können und den Grundstückeigentümern bis zu einer neuen planungsrechtlichen Grundlage Kosten, teilweise in erheblichen Umfang, entstehen.

Die Verwaltung wird daher beauftragt, sehr zeitnah die Inhalte dieses Antrages zur Umsetzung zu bringen. Die Sommerpause sollte vor diesem Hintergrund zu Abstimmungen mit der Bezirksregierung Köln und der IHK-Aachen genutzt werden, um dann zur ersten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses nach der Sommerpause einen Bebauungsplanentwurf und ggf. einen Entwurf zur Änderung des FNP in die Beratung einbringen zu können, als Grundlage für die Beteiligungsschritte nach §§ 3(1) und 4(1) BauGB.

Gegen Ende dieses Jahres 2011 sollten dann die Voraussetzungen gegeben sein, um erste Baugenehmigung auf Grundlage des § 33 BauGB „Zulässigkeit von Vorhaben während der Planaufstellung“ erteilen zu können.

Harald Krauß (CDU), Anton Schmitz (SPD), Heinz Schmitz (FDP), Edmund Daniel (UWV), Georg Borsch (Grüne)

Gute Ideen

Es kommt nicht oft vor, dass sich im politischen Geschehen alle einig sind. Wenn Schüler Ideen entwickeln, dann ist das immer anders. Erstens will man den “Jungen” nicht widersprechen und sich nicht als Spielverderber darstellen und zweitens möchte man ein Zeichen gegen vermeintliche Politikmüdigkeit setzen.

Das hat oft einen faden Beigeschmack. Es ist natürlich einfach die Ideen der Schüler vom St. Michael Gymnasium gut zu finden. Es ist was anderes sie zu unterstützen oder dafür zu kämpfen. Sicher, die Stadt ist pleite. Aber ist das ein Grund essentielle Dinge nicht anzugehen, die die Menschen in einer Stadt wirklich in ihrem Alltagsleben betreffen?

Prioritäten und Kreativität sind zwei wichtige Dinge, die in der Politik eine große Rolle spielen sollten. Das, was da gefordert wurde, ist schon häufiger Gegenstand der Diskussion gewesen. Das Kino, die bessere Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln, eine Busstrecke nach Mechernich, Freizeiteinrichtungen, … Vieles davon habe ich schon beantragt oder mich dafür aktiv eingesetzt. Die politische Mehrheit hat sich fast immer dagegen ausgesprochen. Meist mit dem Argument der Finanzen. Mit vermeintlichen Notwendigkeiten, Zwängen und Beschränkungen zu argumentieren ist einfach und erledigt schnell jede Aktivität. Es gilt aber Wege zu suchen und nicht Gründe.

Also stellt sich die Frage warum sich viele Junge für die Politik wie sie praktiziert wird nicht interessieren nicht wirklich. Lippenbekenntnisse und Schultertätscheln, dass erkennen die Menschen schnell. Insofern trägt auch die Kommunalpolitik zum schlechten Bild selber bei.

Junge Familien statt alter Bausubstanz

In Nitterscheid steht seit vielen Jahren die alte Schule leer. Es gibt zwar ein paar Vereine die ein paar Räume nutzen, aber eigentlich sollte das Gebäude schon längst verkauft worden sein. Der Komplex ist aber alt und dementsprechend nicht mehr auf dem neuesten Stand. Ein Käufer müsste also viel Geld in die Hand nehmen. Mit einem Verkauf des ganzen Objekts ist wohl auch in Zukunft nicht zu rechnen.

Gemeinsam mit den beiden Kandidaten der SPD für Mutscheid und Rupperath, Anton Schmitz und Ulli Bartels, habe ich eine Idee gehabt, wie man das Gelände sinnvoll nutzen kann. Nach unserer Vorstellung soll die Stadt eine Entwicklungsgesellschaft gründen, die das Haus abreißt und eine Wohnbebauung entwickelt.

Insbesondere für junge Familien soll die Bebauung ausgerichtet sein. Dazu soll pro Kind ein Nachlass auf den Preis gewährt werden. Weiter soll es sich um eine CO2-neutrale Siedlung handeln, die möglichst viel Energie selbst erzeugt und nach modernsten Energiestandards gebaut wird.

Die Gesellschaft soll mit dem Verkauf keinen Gewinn, sondern nur die tatsächlichen Kosten erwirtschaften.Für die Vereine, die das Haus jetzt nutzen, müssen kurzfristig andere Räume zur Verfügung gestellt werden.

Mit der Idee kann es gelingen eine Vermarktung zu organisieren, die auch noch junge Bewohner in die Gegend bringt. Etwa 15 Häuser könnten auf dem Gelände platz finden.

Blockheizkraftwerk

Das Eifelbad als Abnehmer von Energie eines BHKW

Das Eifelbad als Abnehmer von Energie eines BHKW

Der Begriff Blockheizkraftwerk ist ein sprachliches Monstrum, beschreibt allerdings eine gute Idee lokal und nachhaltig Energie zu erzeugen.

Gerade das Eifelbad und die Sportstätten im Goldenen Tal brauchen eine Menge Energie. Das verursacht natürlich hohe Kosten, was gerade in diesem Bereich eine alternative Möglichkeit sinnvoll, weil kostensparend, macht.

Die Idee habe ich mit der SPD bereits im März als Antrag in den politischen Raum eingebracht. Unsere Überlegung war, mithilfe der Gelder aus dem Konjunkturpaket drei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, einmal die gewollte wirtschaftliche Nachfragesteigerung, zweitens langfristig der Stadt Kosten zu ersparen und drittens einen Beitrag zur CO2-Reduktion zu leisten.

Aber: Ehre, wem Ehre gebührt. Die BürgerInitiativeNachhaltigeStadtEntwicklung (BINSE) hat die Idee schon vor einigen Monaten im Rahmen ihres Programms für Bad Münstereifel in die Diskussion eingebracht. Insbesondere die detailierte Vorarbeit ist von der BINSE erfolgt. Wir haben lediglich die Maßnahme in die Entscheidungsgremien eingebracht.

Die Chancen einer Realisierung könnten ganz gut sein, nicht nur wir befürworten die Maßnahme, auch die Grünen haben jetzt den Bau noch mal gesondert beantragt. Angesichts der besonderen Nähe von Grüne und CDU könnte ein positiver Beschluss also möglich sein.

“Zu vermieten”

zu-vermieten1“Zu vermieten” – das habe ich in den letzten Tagen häufig in Schaufenstern von Gewerbeimmobilien in Bad Münstereifel gelesen. In sieben Fenstern von Ladenlokalen werden neue Mieter gesucht. Weitere fünf Objekte stehen leer oder werden nicht mehr genutzt.

Es gibt Leute, die sagen, dass sei der Anfang vom Aussterben der Kernstadt. Ich glaube da noch nicht dran. Auch glaube ich nicht, dass die Politik und die anderen Handelnden machtlos demgegenüber sind. zu-vermieten2Vielmehr glaube ich es lohnt für eine vitale und attraktive Geschäftswelt in der Kernstadt zu kämpfen.

Mit Kreativität und Ideenreichtum ist auch hier einiges zu bewegen. Die Zukunftswerkstatt, eine neue Gestaltungssatzung und ein neuer Wind von Gemeinschaftsgefühl und Aufbruchsstimmung wird mit anderen Initiativen auch auf diesem Sektor neue Bewegung bringen, sofern es gewollt und nachhaltig unterstützt wird.

Parkticket mit dem Handy ziehen

(c) www.mobil-parken.de

(c) www.mobil-parken.de

Anfang 2008 habe ich von der Möglichkeit erfahren, dass man in Köln sein Parkticket mit dem Handy ziehen kann und so minutengenau bezahlt.

Als Technik-begeisterter Mensch und auch ein Stück bequem, hat mich die Idee fasziniert. Nachdem es in Bad Münstereifel schon die Möglichkeit gibt mit der Park-o-pin Uhr zu parken, dachte ich, dass Handyparken eine gute Ergänzung sei. Also schnell einen kleinen Antrag geschrieben und um Unterstützung geworben.

Jetzt, ab 1.4. (kein Aprilscherz), ist Bad Münstereifel eine von sieben Städten, die das Handyparken anbieten. Es freut mich immer wenn eine Initiative erfolgreich ist. Hier freut mich vor allem, dass Bad Münstereifel an der Spitze der Bewegung steht. Weitere sieben Städte planen die Einführung.

Weitere Informationen:
www.mobil-parken.de

Kernstadt = Museumsstadt ?

In Bad Münstereifel gibt es eine Statzung, die die Gestaltung von Gebäuden und Außenanlagen im Bereich der Kernstadt vorschreibt. Diese Satzung ist alt und dementsprechend nicht mehr aktuell. Juristisch könnte man die aktuelle Satzung leicht angreifen und somit die Regelungen umgehen.

Um im mittelalterlichen Stadtbild aber eine verträgliche Gestaltung zu gewährleisten ist eine gültige Stzung nötig. Die SPD fordert die Überarbeitung der Satzung seit Jahren. Nun hat sich die Verwaltungsspitze bemüßigt gesehen einen “Fachmann” mit einem Entwurf zu beauftragen. Allerdings ist schon fraglich, ob eine ordnungsgemäße Beauftragung vorliegt, denn die Ratsgremien haben darüber nicht befunden. Nichtsdestotrotz ist nunmal ein Entwurf erarbeitet worden.

Allerdings stößt mir das Verfahren übel auf. Eine solche Satzung ist ein juristisches Instrument um ein Ziel, hier das der einheitlichen, mit der historischen Substanz zu vereinbarenden, Optik der Kernstadt, zu erreichen. Allerdings müsste es auch Ziel sein, die Kernstadt für Bewohner attraktiv zu halten bzw. zu machen. Dabei handelt es sich um einen Spagat, den man vollziehen muss, bei dem man Gefahr läuft sich die Leiste zu ziehen. Also muss man sich eigentlich erst einmal über die Vereinbarung und Gewichtung von historischer Erhaltung und Wohnqualität der Kernstadt im Klaren sein. Man hätte erst einen Dialog über die, mit der Satzung zu erreichenden, Ziele führen müssen, in dem alle Beteiligten eingebunden sind.

Stattdessen wird ein Entwurf einer Satzung von einem “Fachmann” erarbeitet, dessen Fachgebiet das Historische ist. Ob er als Fachmann für Gestaltungssatzung gelten kann bezweifel ich, denn es macht den Eindruck, dass es seine erste Berührung mit einer solchen ist. Da sein Blickwinkel ein historischer ist, wird es nicht verwunden, dass er eine größtmögliche Bewahrung erreichen will. Es soll möglichst alles einheitlich auf die historische Substanz abgestimmt werden, bis zum Sonnenschirm der Außengastronomie.

Ich hab selber innerhalb des Mauerrings in einem historischen Gebäude gewohnt. Ich weiß also wovon ich spreche, wenn ich von Wohnqualitiät und -attraktivität in der Kernstadt rede. Zu den modernen Ansprüchen an Wohnungen zählen auch Dachterrassen, Balkone, Aufzüge, etc. All das sind Maßnahmen, die in historischer Substanz ohnehin schwierig zu realisieren sind und durch eine strikte Gestaltungssatzung unterbunden werden.

Auch die Gewerbetreibenden werden sich über eine zu starke Regulierung nicht besonders freuen. Leiden sie doch ohnehin unter den schwierigen örtlichen Bedingungen (Ladengröße, Erreichbarkeit, Anlieferung, etc.) und den sinkenden Umsätzen.

Die Kernstadt lebt von seinen Bewohnern. Die Geschäfte innerhalb des Mauerrings sind auch zu großen Teilen von diesen Einkäufern abhängig. Wenn wir eine Bewohnerzahl in der Kernstadt halten wollen, dann müssen wir uns in der Frage der Zulässigkeit von Modernisierung von Wohnungen bewegen. Ansonsten droht ein Exidus von Einwohnern mit dem Ergebnis einer reinen Museumsstadt, die nicht vital und zukunftsfähig ist.

Auf einmal ganz schnell

Die Gestaltung der Kreisel ist eines der Dauerthemen in Bad Münstereifel. Hier hat sich die Stadt bisher nicht mit Ruhm bekleckert.

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Hatte der Rat eigentlich die Gestaltung des “Plus-Kreisels” und des “Extra-Kreisels” beschlossen, so geschah bisher wenig bis gar nichts. Als Argument wurde immer vorgebracht, es fehle das Geld.

Prinzipiell stört mich das Totschlag-Argument “Es fehlt das Geld” sowieso. Hier ist es darüber hinaus nur bedingt zutreffend gewesen. Die beschlossene Gestaltung des Plus-Kreisel (stählerne Stadttore) ist sicherlich mit hohen Kosten verbunden und daher nicht schnell zu realisieren. Die Gestaltung des Extra-Kreisels (Hettner-Bohrmaschine) sollte ebenfalls deshalb nicht umsetzbar gewesen sein.

Die SPD hatte seinerzeit die Idee eine der noch vorhandenen Bohrmaschinen auf den Kreisel zu stellen. Darüber lässt sich sicherlich streiten, aber es ist eine Idee, die einen Kontext zu dem Umfeld und der Stadtgeschichte hat.

Die Realisierung sei nur mit hohen Kosten, die über Spender einzutreiben sei, zu realisieren. Schon damals empfand ich das als schamlose Lüge. Es musste lediglich ein Betonfundament gegossen werden und die Maschine mittels eines Krans aufgestellt werden.

Jetzt zeigt sich wie schnell und unkompliziert das zu realisieren ist, die Maschine steht auf dem Kreisel.

Auch eine provisorische Gestaltung der anderen Kreisel dürfte sicher nicht mit übermäßigen Kosten und Aufwand möglich sein. Andere Städte machen es vor. Für eine touristische Stadt eigentlich peinlich.

Die SPD hat schon vor langer Zeit vorgeschlagen die Kreisel als Übergangslösung mit den Flaggen der Stadt und der Partnerländer zu schmücken. Die Idee wurde mit der Begründung abgelehnt, das ließe der Landesbetrieb Straße nicht zu. Kurze Zeit später war ein Kreisel vorübergehend so gestaltet.

Hier zeigt sich ein Prinzip. Erstens ist die Verwaltungsspitze, insbesondere der Bürgermeister, nicht in der Lage selbst kreative Ideen zu entwickeln. Wenn dann welche kommen, sei es von der SPD, von anderen Parteien oder der Bürgerschaft, dann wird erst mal nach Gründen gesucht warum es nicht geht. In einer Stadt, die innovativ ist, wird immer zuerst nach Wegen gesucht, wie etwas möglich ist und nicht erst nach Gründen, warum es nicht gehen kann.

Jetzt kurz vor der Wahl scheint auch die Gestaltung des Kreisels am Extra kein Problem mehr zu sein.

Auch hier erkennt man ein Prinzip. Erstmal die Ideen abwatschen und die Hände vier Jahre in den Schoß legen und dann kurz vor der Wahl hektische Betriebsamkeit vortäuschen um sich mit Ideen anderer Leute zu schmücken.

Weiteres Beispiel dafür: die Errichtung eines Bürgerbüros. Vor mehr als zwanzig Jahren beschlossen, immer wieder von der Opposition angemahnt und jetzt kurz vor der Wahl soll’s losgehen.

Komisch, oder?!

(Bild: (c) Kölnische Rundschau)

Interessanter Vorschlag zur Gestaltung Trierer Straße und Goldenes Tal

folie1Die Zukunftswerkstatt hat einen interessanten Vorschlag zur Gestaltung der Trierer Straße und des Goldenen Tals unterbreitet. Hier das Konzept Goldenes Tal.

Ich habe mir bisher noch kein abschließendes Urteil gebildet und bin gespannt auf die Diskussion. Hier sollte man auch nicht in Kategorien wir “ja/nein” oder “gut/schlecht” argumentieren. Vielmehr finde ich jede Anregung gut und diese insbesondere, weil sie in gewisser Weise visionär ist.

Bitte teilen Sie mir Ihre Meinung und Ihre Anregungen mit!