© Kinderschutzbund Bad Münstereifel

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Dass die öffentlichen Haushalte in einer Schieflage sind, ist unbestritten. Unbestritten auch, dass Bad Münstereifel in einer besonders schwierigen Situation ist. Deshalb ist es natürlich richtig, dass der Kreis, der sich über die Kommunen finanziert, diesen Trend nicht unnötig weiter verschärft.

Zu diesem Zweck wird im Kreis mal wieder kritisch auf die eigene Aufgabenbewältigung geguckt, um Möglichkeiten für Einsparungen zu finden. Da geht es um die Fragen: kann man diese oder jene Aufgabe nicht auch kostengünstiger machen; können wir in diesem Bereich vielleicht die Standards senken (sprich: weniger Leistungen oder Qualität anbieten) oder können wir uns diese freiwillige Leistungen noch erlauben.

Das ist alles richtig und hat seine Berechtigung. Dennoch macht es bei einigen Bereichen keinen Sinn nur um des Sparen willen zu sparen. Manche Leistungen, und seien es auch freiwillige Leistungen, bewahren den Kreis und die Kommunen vor höheren (Folge-)Kosten.

In der ersten Runde des kritischen Blicks auf die eigenen Leistungen geht es um den sozialen Bereich und die Förderung der Jugendarbeit. Hier wird deutlich, dass der Kreis kein abstraktes Gebilde ist, in dem das Geld der Kommunen einfach so versackt, oder wir das Geld für teure Luxusprojekte ausgeben. Der Kreis bezahlt damit Leistungen, die in den Kommunen, also auch in Bad Münstereifel, vor Ort erbracht werden.

Bestes Beispiel: die Förderung der offenen Jugendarbeit. Der Kreis bezahlt etwa 13 Fachkräfte im Kreis, die offene Jugendeinrichtungen betreiben und ein umfangreiches Angebot für Kinder und Jugendliche anbieten. In Bad Münstereifel sind es das KICK und das Gate 47 in Arloff vom Kinderschutzbund.

Bereits vor ein paar Jahren sind die Stellenanteile reduziert worden. Das hat in Bad Münstereifel dazu geführt, dass die Einrichtung in Houverath nicht mehr hauptamtlich betreut werden konnte. Seit dem kann die Einrichtung nur noch durch den besonderen Einsatz von Herrn Lanzerath und seinen Mitstreitern einigermaßen am Leben gehalten werden. Probleme gibt es seit dem allerdings zu Hauf.

Richtig ist, dass angesichts der zunehmenden Ausweitung der Nachmittagsbetreuung in Schulen, sich die Struktur solcher Angebote verändern und anpassen muss. Sollten nun allerdings die Anteile weiter reduziert werden, so wird auch die Einrichtung in Arloff kaum noch zu halten sein und auch das KICK wäre in seinem Bestand gefährdet.

Also sind hier Leistungen des Kreises ganz gezielt vor Ort gebunden. Es kann also nicht im Interesse der Kommunen sein in diesem Bereich zu sparen. Denn dann würden Einrichtungen geschlossen, die bisher andere Schäden und damit Kosten verhindert haben.