Streiks sind immer ein zweischneidiges Schwert. Die Streikenden wollen mit ihrem Ausstand auf ihre Situation aufmerksam machen und ihren Forderungen mehr Druck verleihen. Zweifelsohne sind Streiks aber auch für die betroffene Bevölkerungsgruppe ein ärgerlicher und oft anstrengender Umstand. Hier stehen Eltern von Kindergartenkinder oft vor der unlösbaren Frage “Wo bringe ich mein Kind heute unter”.

Auch wenn ich die Notwendigkeit eines verlässlichen Betreuungsplatzes gerade für Berufstätige und Alleinerziehende sehe und den Ärger gut verstehen kann, so möchte ich doch meine Solidarität mit dem Streik der KiTa-Erzieher bekunden.

Mittlerweile ist das Thema Bildung, und auch vorschulische Bildung, allgemein als wichtiges Zukunftsthema anerkannt, ich halte es für eins der wichtigsten Zukunftsthemen. Die Kindergartenbetreuung soll in einen vollwertigen Bildungsbestandteil gewandelt werden, die Betreuung von U-3 Kindern soll mit einem Rechtsanspruch versehen werden und alles soll im Ganztagsbetrieb stattfinden.

Nun scheiden sich, wie bei allem, die Geister an den Kosten. Während uns eigentlich die demographische Entwicklung mit den rückläufigen Kinderzahlen zupass kommen müsste, wird dennoch über jeden Euro gerungen. Dabei wird aber vergessen, dass die geforderte Leistung auch jemand erbringen muss. Das sind Erzieherinnen und Erzieher, die ohnehin finanziell nicht auf Rosen gebettet werden. Ihnen immer mehr Leistungen abzuverlangen bei gleichbleibenden Personalschlüsseln und gleichbleibend niedrigem Gehalt, ist eine absolute Zumutung.

Wenn wir es ernst meinen mit dem Kampf für mehr und bessere Bildung, dann müssen wir auch so ehrlich sein und die entsprechenden Kosten tragen. Nicht verschweigen möchte ich dabei, dass die Kommunen, die die Gehälter zahlen, finanziell in der Ecke stehen, es sind also die Länder gefordert ihrem Auftrag nachzukommen.

Ich unterstütze den Streik der KiTa-Erzieher, denn nur mit entsprechender Entlohnung bekommt man qualifiziertes und motiviertes Personal für unsere Kinder.