(c) Muffinmampfer / Wikipedia.de

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Da hat sich Silvana Koch-Mehrin, Spitzenkandidatin der FDP für die Europawahl, wahrscheinlich ein schönes Ei ins Nest gelegt. Auf einer Internetseite werden die Anwesenheit und die Aktivitäten der einzelnen EU-Abgeordneten statistisch aufgearbeitet. Dabei schnitt Frau Koch-Mehrin recht schlecht ab. Die FAZ veröffentlichte einen Artikel, wonach sie an letzter Stelle der deutschen Abgeordneten stehe.

Jetzt finde ich, ist die Anwesenheit kein hinreichendes Kriterium um die Arbeit eines Parlamentariers zu bewerten, wohl aber die Auskünfte über die Aktivitäten. Viel interessanter ist jedoch die Geschichte, die sich daran anknüpft.

Frau Koch-Mehrin hat gegen die FAZ ein Verfahren angestrengt und in dem Zusammenhang eine Eidesstattliche Versicherung abgegeben, wonach sie an 75% der Sitzungen teilgenommen habe. Jetzt bescheinigt ihr das Europaparlament allerdings weniger Anwesenheit. Dabei ist die Frage der Anwesenheit uninteressant, viel interessanter ist, dass Frau Koch-Mehrin eine Falschaussage im Rahmen eines Verfahrens getätigt haben könnte. Das wäre eine Straftat.

Damit aber nicht genug. Seit dem darüber in diversen Medien berichtet wurde, wehrt sich die FDP mit allen Mitteln. Internetseitenbetreiber werden vermeintlich anonym angegriffen und selbst die ARD ist nicht vor harschen Angriffen gewappnet.

Das zeigt ein merkwürdiges Verständnis von Pressefreiheit einer, vermeintlichen, freiheitlichen Partei. Viel eher ist da ein Nerv getroffen worden, der zu Kurzschlüssen geführt hat.

Alles in allem ist Frau Koch-Mehrin nicht durch ihre inhaltliche Arbeit aufgefallen, sondern mehr durch mediales Nachtreten und boulevardeskes Ausschlachten ihres Äußeren und ihrer Schwangerschaft.