Schulpolitik © Dieter Schütz / pixelio.de

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Der Begriff “Demografischer Wandel”, der abnehmende Kinderzahlen bei steigendem Anteil von älteren Menschen beschreibt, ist ein Schlagwort, was aus der aktuellen Diskussion nicht wegzudenken ist.

Eine Konsequenz des Wandels sind auch abnehmende Schülerzahlen. Verbunden mit dem Wunsch vieler Eltern ihre Kinder nicht auf Hauptschulen bilden lassen zu wollen, fürht das zu existenziellen Problemen an vielen Hauptschulen.

Auch die Hauptschule in Bad Münstereifel leidet unter dieser Entwicklung. Sie kann wegen fehlender Anmeldungen nicht mehr lange bestehen bleiben.

Mit dem sogenannten Schulkonsens der NRW-Landesregierung ist eine neue Schulform, die Sekundarschule, zusätzlich zu den bestehenden Schulformen eingeführt worden. Die Sekundarschule fasst quasi Haupt- und Realschule zusammen und kooperiert mit Gymnasien, damit die Schüler auch zum Abitur geführt werden können.

In Bad Münstereifel könnte also entweder die Hauptschule in der Zukunft einfach geschlossen werden und die Realschule als einzige Schule neben dem Gymnasium weiterlaufen. Oder man könnte grundsätzlich eine Sekundarschule aus Haupt- und Realschule gründen.

Als Voraussetzungen für die Gründung einer Sekundarschule müssen mindestens 75 Schüler für eine Dreizügigkeit gegeben sein. Diese Schülerzahl kann die Stadt Bad Münstereifel aus eigenen Kindern nicht erreichen. Damit scheidet eine eigenständige Sekundarschule für Bad Münstereifel aus.

Möglich wäre allerdings eine Kooperation mit einer Nachbarkommune zur Gründung einer gemeinsamen Sekundarschule mit mehreren Dependancen. In Betracht kommt insbesondere eine Kooperation mit den Kommunen Mechernich und Euskirchen. Nettersheim und Blankenheim haben sich bereits für eine gemeinsame Gründung einer Gesamtschule entschieden und fallen als Kooperationspartner damit aus.

Ein Gespräch, dass ich mit der Regierungspräsidentin geführt habe und eine Besprechung der Stadt mit der Bezirksregierung hat ergeben, dass es eine anders geartete Lösung, entweder als Verbundschule (einfacher Zusammenschluss von Haupt- und Realschule) oder eine nur zweizügige Sekundarschule, nicht geben wird.

Die Situation der sinkenden Schülerzahlen und die damit verbundene Gefahr für die Hauptschule ist eigentlich allen Beteiligten seit mehreren Jahren bekannt. Schon vor drei Jahren hat die SPD mit den Rektoren der weiterführenden Schulen in Bad Münstereifel über die Situation gesprochen. Leider waren alle Beteiligten in Bad Münstereifel, Politik, Schulen und Verwaltung nicht weitsichtig genug, frühzeitig eine Lösung zu suchen.

Jetzt geraten wir eventuell in Bedrängnis, da uns die Kooperationspartner abhanden kommen könnten. Mechernich verhandelt derzeit mit Kall über eine gemeinsame Sekundarschule und Euskirchen hat genügend eigene Schüler für jede Lösung, so dass dort keine Handlungsdruck besteht.

Ich halte es für wichtig schnell mit Mechernich und Euskirchen ins Gespräch zu kommen und nicht weiter das Thema auf die lange Bank zu schieben.