L165Die Investoren des Outlets rechnen mit zusätzlichen Besuchern des Outlets in Höhe von einer Million. Damit würde Bad Münstereifel von etwa zwei Millionen Menschen im Jahr besucht werden. Dass damit ein erhöhtes Verkehrsaufkommen einhergeht, ist allen Beteiligten klar. Die Frage, wie sich die Verkehrsmassen am besten organisieren lassen, hat sich mir von Beginn an gestellt.

Um das Problem zu verdeutlichen, will ich kurz die dazu kommenden Verkehrsmengen der einen Million zusätzlichen Besucher oberflächlich durchrechnen. Die Rechnung ist nicht durch irgendwelche Studien oder Prognosen belegt, sie erhebt keinen Anspruch auf Richtigkeit.

Die ganz überwiegende Masse der Besucher wird mit dem Auto kommen, schätzungsweise 90% (wahrscheinlich mehr), also etwa 900.000. Dass auch Besucher mit Bussen anreisen, lasse ich mal unberücksichtigt. Die meisten Besucher werden nicht alleine mit dem Auto anreisen, ein großer Anteil reist zu zweit an. Rechnen wir, der Einfachheit halber, mal mit durchschnittlich 2,5 Personen pro Auto. Dann würden jedes Jahr 360.000 Autos zusätzlich in Bad Münstereifel ankommen. Wenn wir unterstellen, dass die meisten Besucher freitags und samstags kommen werden, ergibt sich eine Anzahl an Autos an diesen Tagen in Höhe von jeweils 3.461.

Laut Verkehrsplaner Dr. Sienko sollen davon etwa 65-70% über die Nöthener Straße (L165) anreisen, was pro Freitag und Samstag jeweils 2.250-2.423 zusätzliche Autos bedeuten würde. Die Besucher werden darüber hinaus an- und abreisen, die Zahl der Autos, die die Nöthener Straße befahren, ist also eher zu verdoppeln. Damit wäre die Nöthener Straße freitags und samstags mit 4.000-4.800 Autos zusätzlich zu dem bereits bestehenden Verkehr belastet.

Laut Bundesverkehrszählung 2010 beträgt die Verkehrsbelastung der Nöthener Straße (L165) derzeit 4.371 Autos pro 24 Stunden. Die durchschnittliche Belastung einer Landesstraße in NRW beträgt 5.400 Kfz/24h. Wenn man allein die Anzahl der erwarteten Autos nimmt, und dabei unberücksichtigt lässt, dass die Autos, die anreisen, auch wieder abreisen müssen, kämen zu den 4.371 Autos, die 2010 gemessen wurden, noch 2.250-2.423 Autos dazu. Damit ergäbe sich eine Anzahl an Autos von 6.981-7.145, also deutlich über dem Landesschnitt. Realistischer ist allerdings davon auszugehen, dass die meisten Besucher, die über die Nöthener Straße anreisen, auch wieder über die Nöthener Straße abreisen. Die Anzahl der Autos wird also eher deutlich darüber liegen. Selbst wenn man die Besucher, die nicht freitags oder samstags anreisen, abzieht, dann bleibt die Belastung deutlich über der durchschnittlichen Belastung einer Landstraße.

Erfahrungsgemäß ist davon auszugehen, dass die An- und Abreise nicht gleichmäßig auf den Tag verteilt, sondern zu Stoßzeiten morgens und am späten Nachmittag erfolgen.

Angesichts der geringen Straßenbreite und der kurvigen Straßenführung sowie der teilweise sehr starken Steigung ist die Nöthener Straße für eine derart hohe zusätzliche Belastung nicht ausgelegt. Denn entgegen der durchschnittlichen Landstraße in NRW ist die Nöthener Straße deutlich enger, kurviger und mit mehr Steigung bzw. Gefälle versehen.

Deshalb spreche ich mich mit SPD Bad Münstereifel seit Beginn dafür aus, dass die Verkehrsströme nicht ausschließlich über die Nöthener Straße gelenkt werden. Vielmehr sollten die Autos über möglichst viele Routen kommen, damit nicht eine Route über Gebühr belastet wird. Dazu kommt, dass die B51 viel großzügiger ausgebaut ist.

Wir haben daher vorgeschlagen, dass an der Autobahn A1 bereits an der Abfahrt “Wißkirchen” ein Hinweis auf Bad Münstereifel erfolgt. Die Abfahrt könnte dann z.B. “Wißkirchen / Bad Münstereifel-Nord” genannt werden. Die Autofahrer, die dann bereits hier abfahren würden, würden auch nicht, wie die CDU in Mechernich befürchtet, über Mechernicher Stadtgebiet (insbesondere durch Satzvey und Antweiler) fahren müssen. Mithilfe einer entsprechenden Beschilderung ließen sich die Fahrer entlang der B266, L178 und B51 leiten. Kein einziger zusätzlicher Wagen müsste über Mechernicher Stadtgebiet rollen. Auch eine zusätzliche Belastung der Ortschaft Kalkar würde nicht notwendig.

Diesem Vorschlag hat sich auch die Stadtverwaltung Bad Münstereifel angeschlossen.

In einem zweiten Schritt ist zu überlegen, ob entlang der Route bereits Hinweisschilder auf das Outlet verweisen sollen. Für andere Attraktionen in NRW (z.B. Phantasialand, Movie Park, etc.) sind solche Hinweise bereits im Einsatz. Die Kosten solcher Schilder wären natürlich von den Betreibern des Outlets zu tragen.

Berichterstattung über die Initiative:

KStA, 16.08.2013, “Schon in Wißkirchen abfahren

KStA, 20.08.2013, “Nachbarkommunen nicht belasten

KStA, 22.08.2013, “Suche nach dem richtigen Weg

KR, 15.08.2013, “Für Ortsunkundige verwirrend