Es ist bereits viel über das Fashion-Outlet-Center in Bad Münstereifel berichtet worden und die Investoren haben ihr Konzept der Öffentlichkeit vorgestellt. Hier alle Infos im kurzen Überblick, der regelmäßig aktualisiert wird. Weiter unten sind die einzelnen Fragen/Probleme genauer beleuchtet.

  • Name: City Outlet Bad Münstereifel; alter Arbeitstitel: “Eifel City Outlet” (neuer ECO Verkaufsprospekt; alter ECO Verkaufsprospekt; pdf)
  • Beginn: voraussichtlich Spätsommer 2013 (ursprünglich Herbst 2012, dann Frühjahr 2013)
  • 30 – 40 Geschäfte
  • Fläche: ca. 12.000 – 14.000 m²
  • keine künstliche Stadt auf der grünen Wiese, also kein klassisches Outlet
  • Zentrum wird “Orchheimer Platz”
  • restliche Läden verteilen sich über die Kernstadt
  • neu benötigte Parkplätze: 1.000 – 1.400 (Neueste Infos zum Parkkonzept, alle Infos zur Parkdiskussion hier, hier und hier; Infos zum Verkehrskonzept hier)
  • bisherige Marken: Tommy Hilfiger, Cinque, Nike, Ralph Lauren, Mexx, Lacoste, Gant, Marc O’Polo, Lindt (neuer ECO Verkaufsprospekt; alter ECO Vermietungsplan; pdf)
  • Investoren: Georg Cruse, Marc Brucherseifer, Rainer Harzheim; Vermarkter: 1A Outlet GmbH; Betreiber: ROS Management
  • Internetseite: www.cityoutletbadmuenstereifel.de

Zum alten Verkaufsprospekt und Vermietungsplan ist zu sagen, dass es sich um einen der ersten Pläne handelt, der für interne Ansprache von Miet-Interessenten gedacht war. Einige der angegebenen Flächen, die als “vacant” bezeichnet sind, sind nicht frei. Es bestehen teilweise noch Pachtverträge und im Prospekt angegebene Nutzungen im Rahmen des Outlet-Centers sind Eigentümern und Mietern unbekannt bzw. nicht vereinbart. Insofern ist der Prospekt nicht aussagekräftig.

Verkehr

Es wird von den Investoren mit 1 Million zusätzlicher Besucher gerechnet. Da Bad Münstereifel angeblich schon jetzt von 1 Million Gäste im Jahr besucht wird, kämen dann jährlich 2 Millionen Menschen nach BaM. Es ist davon auszugehen, dass die meisten der Besucher mit dem PKW oder mit Bussen anreisen. Dementsprechend wird sich die Verkehrsbelastung deutlich steigern. Das führt zu der Frage, ob und wie man die jetzigen Verkehrsführung daran anpassen muss. Die Frage stellt sich besonders für den Bereich der Trierer Straße, die Anfahrt über die Nöthener Straße und aus Richtung Euskirchen/Kölner Straße und für den Verkehr innerhalb des Mauerrings.

  • Trierer Straße/Große Bleiche: Der Stadtrat hat beschlossen an der Situation der Trierer Straße vorerst nichts zu verändern. Es sind mehrere Varianten in der Diskussion. Der Kreis Euskirchen will ohne einen Kreisverkehr an der Kreuzung Trierer Straße/Große Bleiche will keiner Lösung zustimmen. Die Stadt und die Investoren wollen keinen Kreisel vor dem Herzstück des Outlet-Centers haben. Deshalb wird die Umgestaltung der Trierer Straße (mit breiteren Bürgersteigen, Verlegung der Schulbushaltestelle, oder Ähnlichem) vorerst nicht angepackt.
  • Anfahrt von der Autobahn: Die Nöthener Straße, die bei Abfahrt der Anschlussstelle “Bad Münstereifel/Mechernich” die einzige Zufahrt zur Stadt ist, ist bei vielen Navigationssystemen die Hauptzufahrt. Die Straße ist äußerst schmal und kurvenreich. Schon jetzt kommt es in den Serpentinen beim Kurhaus immer zu Problemen, wenn Busse oder LKWs auf Gegenverkehr treffen, geschweige denn es treffen sich zwei LKW/Busse. Dazu müssen alle Autos, die über die Nöthener Straße kommen durch das Nadelöhr am Zebrastreifen an der Trierer Straße, an dem es schon jetzt zu langen Rückstaus, vor allem bei Schulende, kommt. Wer dagegen über die Ausfahrt “Wißkirchen” fährt, fährt hauptsächlich durch Kalkar. Die Kalkarer Ortsdurchfahrt ist ein echter Gefahrenpunkt und der Ort schon jetzt völlig genervt vom Durchgangsverkehr. Es gibt die Idee den Verkehr über eine neue Anschlussstelle Satzvey zu leiten und eine Umgehung Kalkar zu bauen, die allerdings sowohl finanziell als auch zeitlich utopisch ist. Auch eine Möglichkeit wäre, mithilfe von Beschilderung die Ströme über die Ausfahrt Wißkirchen und an Billig vorbei zu leiten. Von der Entfernung und Geschwindigkeit nehmen sich die Möglichkeiten nichts.
  • Verkehr im Mauerring: Die Diskussion über den Verkehr innerhalb der Mauer dauert schon lange und hat viele emotionale Debatten ausgelöst. Angesichts des Outlet-Centers flammt die Diskussion neu auf. Die ersten Ladenbesitzer der Kernstadt meinen, man sollte die Orchheimer Straße zur Fußgängerzone machen. Ich persönlich halte das für unumgänglich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass viele Einkäufer und Autos sich gleichzeitig durch die engen Straßen zwängen. Anwohner und Anlieferverkehr müssen natürlich weiterhin in die Stadt kommen können. Die Schranke im Orchheimer Tor würde ich durch einen versenkbaren Poller ersetzen, für den Anwohner und Anlieferer einen Zugangsschlüssel erhalten. Wie der Verkehr auf den anderen Straßen (Langenhecke, Alte Gasse, Heisterbacher Straße, Delle) geregelt wird, muss man noch diskutieren. Dazu hat die SPD-Fraktion beantragt, dass ein Konzept erarbeitet werden soll. Das Gutachten wird derzeit erarbeitet. Die SPD Bad Münstereifel hat dazu Fragebögen verteilt, auf denen Bürger ihre Anregungen und Bedürfnisse erläutern konnten.
  • Infos zum Verkehrskonzept gibt’s hier.

Parken

Zwischen 1.000 und 1.400 neue Parkplätze braucht das Outlet-Center laut Investoren. Nach Vorstellung der Investoren sollen die Parkplätze durch Parkhäuser an der Feuerwache, der Trierer Straße neben dem Seniorenzentrum, der Großen Bleiche neben dem Kindergarten und als geschotterter Parkplatz auf der Fläche vor den Sporthallen geschaffen werden. Es gibt Kritik an den Standorten Feuerwache (wegen Zu- und Abfahrt der Feuerwehr), Trierer Straße (wg. Optik der Trierer Straße) und Große Bleiche (wg. Nähe zum Kindergarten). Meine und die Vorstellung der SPD ist hier nachzulesen. Die Vorschläge von Herrn Hachenberg findet man hier. Der Stadtrat hat den Vorstellungen der Investoren bisher so, bei Gegenstimmen der SPD, zugestimmt.

Sonntagsöffnung

In Bad Münstereifel hat man schon fast traditionell sonntags offen gehabt. Viele Läden haben sonntags ihren Haupt-Umsatz erzielt. Durch die Diskussionen um das Outlet-Center haben sich Konkurrenten aus Euskirchen und Rheinbach animiert/gezwungen gesehen die Sonntagsöffnung in Bad Münstereifel genauer zu betrachten. Es gibt jetzt stärkere Kontrollen durch das Ordnungsamt der Stadt und auch wettbewerbsrechtliche Überprüfungen haben stattgefunden. Als Kurort darf Bad Münstereifel 40 Sonntage im Jahr geöffnet haben. Allerdings dürfen nur bestimmte Waren verkauft werden, mehr Details dazu, habe ich hier nieder geschrieben. Als Ergebnis der Überprüfungen hat es von der Stadt einige Verwarnungen und einige Abmahnungen von Konkurrenten gegeben.

Wie sich das geplante Fashion-Center Bad Münstereifel im Stadtbild darstellt, kann man auf dieser Karte erkennen.

[pageview url=”http://maps.google.de/maps/ms?gl=de&vpsrc=6&ctz=-120&ie=UTF8&msa=0&t=h&msid=202445424758412164295.0004b05be6f60fbf3e4f6&ll=50.552707,6.765089&spn=0.013088,0.027466&z=15&output=embed” width=”640″ height=”480″]

Hier gibt’s eine Übersicht über die Berichterstattung zum Thema Fahion-Center Bad Münstereifel, die ich versuche regelmäßig zu aktualisieren: