iPad 3G von Apple (cc-by)

iPad 3G von 3GStore.de (cc by)

Der Kreistag Euskirchen stellt in einer Pilotphase auf papierlosen Betrieb um, bei dem statt Vorlagen auf Papier auf einem iPad genutzt werden. Für die SPD-Fraktion nehme unter anderem ich an der Testphase teil. Dazu erhalten 25 Kreistagsmitglieder ein solches Tablet.

Ziel des papierlosen Kreistags ist die Einsparung von Papier-, Druck- und Portokosten. Im bisherigen System müssen umfangreiche Unterlagenpakete zu jeder Sitzung an 54 Kreistagsabgeordnete geschickt werden, was mit hohen Kosten verbunden ist. Dazu kommt beim papierlosen Betrieb eine große Zeitersparnis und Wegfall von Koordinationsaufwand.

Schon jetzt wird der Idee viel Kritik entgegen gebracht. Insbesondere die Kosten der iPad-Anschaffung werden kritisiert. 445 Euro pro Gerät fallen an Kosten an. Dazu kommen die Lizenzgebühren für die Sitzungssoftware, die nötige iPad-App, in Höhe von 100 Euro pro Person und Jahr. Ich bin allerdings fest davon überzeugt, dass die Anschaffungskosten bereits in den ersten Jahren durch geringeren Personalausfwand und weniger Material- und Portokosten eingespart sind. Auch die Lizenzkosten fallen im Verhältnis zur Höhe der jährlichen Kosten minimal aus. Insofern stellen sich zeitnah Einspareffekte ein. Wie hoch die in etwa ausfallen werden, soll der nun angelaufene Testlauf zeigen.

Weiter wird kritisiert, dass man doch auch auf günstigere Geräte von Konkurrenzanbietern hätte ausweichen können. Leider ist die nötige Software nur mit dem Betriebssystem iOS des iPads kompatibel. Eine andere Software kann wiederum nicht angeschafft werden, weil das entsprechende Sitzungsdienstsystem bereits seit Jahren in Betrieb ist. Eine solche Umrüstung würde den papierlosen Betrieb nicht mehr wirtschaftlich machen.

Sicher komme ich als Kreistagsmitglied dann in den Genuß eines Tablets, worüber ich mich natürlich freue. Hinsichtlich der Kosten, sehe ich da allerdings kein Problem, da für mich bisher auch Unterlagen in Papierform zur Verfügung gestellt werden, deren Kosten höher sind. Insofern spart das Modell den Steuerzahler Geld. Zugegebenermaßen werde ich das Gerät auch privat nutzen können. Ich erhoffe mir durch die iPad-Nutzung allerdings auch ein Stück mehr Transparenz im Kreistag. Denn alleine schon durch die Nutzung des neuen Mediums, wird die Bereitschaft für transparenzfördernde Plattformen und Dienste steigen und damit auch der Dialog zwischen Kreistagsmitgliedern und Bürgern.