Da haben sich die Familien in Bad Münstereifel und alle Befürworter von präventivem Kinderschutz wohl zu früh gefreut. Hatte man ursprünglich einstimmig für eine Teilnahme votiert, so gab es im Anschluss unterschiedliche Auffassungen über den Beschluss. In der jüngsten Sitzung des zuständigen Ausschusses wurde dann mit Mehrheit von CDU und Grünen beschlossen man habe nie für eine Teilnahme votiert. Die Fraktionen von SPD, FDP und UWV konnten sich da ganz anders erinnern.

Entzündet hat sich der Streit an der Niederschrift des Ausschusses. Darin war, nach Ansicht des Ausschussvorsitzenden Hardy Kremer, der gefällte Beschluss anders als tatsächlich getroffen wiedergegeben. Daraufhin verweigerte er seine Unterschrift. Die Stadtverwaltung in Person von Herrn Büttner meldete dennoch eine ablehnende Haltung Bad Münstereifels an den Kreis.

In der jüngsten Sitzung vermeldete er, es sei angeblich alles nur ein Missverständnis gewesen. Natürlich habe nur Hardy Kremer und die Fraktionen von SPD, FDP und UWV den Beschluss falsch verstanden.Viel eher scheint es eine gewollte Falschinterpretation von Hr. Büttner gewesen zu sein, um einen ungeliebten Beschluss loszuwerden.

CDU und Grüne haben mit ihrer Mehrheit nun eine Teilnahme am Projekt endgültig abgelehnt. Es sollen nun Ehrenamtler für die Übergabe der Pakete gefunden werden.

Sinn und Zweck der Maßnahme werden damit völlig ausgehöhlt. Sollten ursprünglich die qualifizierten Mitarbeiter der Jugendamts die Besuche vornehmen um die Scheu vor dem Jugendamt abzubauen und einen ersten Kontakt zu jeder Familie zu bekommen, werden nun Ehrenamtler lediglich die Pakete übergeben. Sie werden damit zu besseren Paketzustellern.

Die Idee des präventiven Kinderschutzes, die Basis des Projektes ist, wird damit nicht bedient. Ehrenamtler haben in aller Regel nicht die gleiche Qualifikation wie das Jugendamt, vor allem haben sie aber nicht die gleichen Befugnisse. Ein Wissens- und Informationsaustausch scheint schwierig bis unmöglich.