golfhotel

Golf Hotel (Bild: Michael Greuel)

Das Golfhotel thront sehr präsent über Bad Münstereifel. Es ist kein schöner Blickfang und war in den vergangenen Jahren häufig Gegenstand von Kritik und Diskussion. Schon der damalige Neubau neben dem Dachsbau sorgte für viel Ärger.

Die jetzige Diskussion um ein geplantes 100 Betten-Hotel auf dem Radberg muss auch vor dem Hintergrund der vergangenen Probleme geführt werden.

Klar ist, dass in Bad Münstereifel, spätestens seit dem Verkauf des Kurhauses, ein größeres Hotel fehlt. Auch für den Kreis Euskirchen ist die Ansiedlung von größeren Übernachtungsbetrieben für die touristische Infrastruktur von hoher Wichtigkeit. Insofern muss das Investitionsinteresse grundsätzlich begrüßt werden.

Andererseits war der bisherige Plan, den Radberg als Gegenpol zur Bebauung auf dem anderen Talhang von Bebauung frei zu halten. Der Bau des Golfhotels wird schon als Sündenfall gesehen.

Auch wenn bei einem Abriss und Neubau eine architektonische Aufwertung erfolgen würde, ist Vorsicht geboten. Von einer vergleichbaren Wirkung eines Neubaus für Bad Münstereifel wie das Guggenheim für Bilbao oder die Elbphilharmonie für Hamburg zu sprechen, ist sehr hochtrabend und vermessen.

Jetzt einem Hotel zuzustimmen, bei dem keinerlei Details bekannt sind, wäre fahrlässig. Bekannt ist bisher lediglich der Architekt und eine grobe Planung. Weder der Investor will sich outen, noch werden genauere Dimensionen benannt. Das allein zeugt nicht von großer Vertrauenswürdigkeit, wenn man erst bei einer grundsätzlichen Zustimmung sich zu erkennen geben will.

Darüber hinaus mahnen die vielfältigen Probleme, die es in der Vergangenheit mit dem Eigentümer des Golfhotels gegeben hat, zur Vorsicht. Vereinbarungen wurden nicht eingehalten und Grenzen überschritten.

Vor diesem Hintergrund ist nicht die Politik unter Zugzwang, vielmehr sollte der Investor mit offenen Karten spielen und die Planung auf den Tisch legen. Bei aller Sympathie für ein neues Hotel in Bad Münstereifel, der Standort ist sehr sensibel und erpressen lassen sollte man sich dreimal nicht.