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"Haus des Gastes" (rechter Teil des Hauses)

Es ist dem neuen Inhaber des Kurhauses wohl nicht zu verübeln, dass er sich dazu entschlossen hat aus dem “Haus des Gastes” Mietwohnungen zu machen. Die Bausubstanz ist aus den Siebzigern und ein dementsprechender Energiefresser.Aus wirtschaftlicher Sicht ist das eine sinnvolle und logische Überlegung.

Trotzdem hat Günter Hochgürtel recht, wenn er von einem “großen Verlust” spricht. Das “Haus des Gastes” war ein Veranstaltungsraum, der über eine gewisse Kapazität verfügte, gut erreichbar und ausreichend mit Parkplätzen versorgt war. Außerdem hatte man einen tollen Blick auf die historische Stadt und immer genügend Tageslicht. Einen solchen Tagungs- und Veranstaltungsraum gibt es nun in Bad Münstereifel in vergleichbarer Qualität nicht mehr.

Andrea Nahles beim Parteitag 2008

Andrea Nahles beim Parteitag 2008

Noch im November letzten Jahres konnte ich den Parteitag der Kreis-SPD im “Haus des Gastes” eröffnen. Und, mit Verlaub, es war der ansprechenste Parteitag, den ich seit meinem Parteieintritt erlebt habe. Den Generalsekretär der Bundes-SPD konnte ich im Jahr 2007 im “Haus

SPD-Generalsekretär Hubertus Heil 2007

SPD-Generalsekretär Hubertus Heil 2007

des Gastes” begrüßen und in 2004 erlebte der Saal den wohl größten Besucheransturm aller Zeiten als Ulla Schmidt, Gesundheitsministerin, zu Gast war.

Mich verbindet mit dem “Haus des Gastes” viele gute Erinnerungen. Ich weiß nicht, wo wir solche Veranstaltungen nun gleichwertig ausrichten sollten.

Ulla Schmit, Bundesgesundheitsministerin, in BaM 2004

Ulla Schmit, Bundesgesundheitsministerin, in BaM 2004

Und das zeigt ein generelles Problem von Bad Münstereifel. Die touristische Infrastruktur, die benötigt wird um grundlegende Angebote einer Tourismus-Stadt zu ermöglichen ist nicht (mehr) vorhanden.

Es gibt keinen größeren Bettenbetrieb mehr, keine attraktive Veranstaltungstätte für Kongresse und dergleichen. Soviel ist von der Idee einer attraktiven (Kur-)Stadt für Touristen und Einheimische übriggeblieben. Und zufälligerweise fallen fast alle negativen Entscheidungen in diesem Bereich in die Amtszeit von Bürgermeister Alexander Büttner.

Sicher sind einige wenige Sachverhalte alternativlos und wirtschaftlich für den Staadthaushalt notwendig gewesen. Aber es bleibt ein fader Beigeschmack, dass nur der Status Quo zurückgefahren wird und keine neuen Ideen und Konzepte zur Revitalisierung der touristischen Bedeutung Bad Münstereifels entwickelt wurden.

Ich hoffe auf die Ideen der Zukunftswerkstatt und der engagierten Bürgerschaft. Ich will das Ziel einer zukunftsorientierten touristischen Stadt nicht aufgeben.