Eifeler Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und GewaltAm gestrigen Dienstagabend war ich bei der Gründungsversammlung des Eifeler Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt.

Im Clara-Fey-Gymnasium in Schleiden hatten sich viele Menschen zusammengefunden, die ein breites Bündnis für Toleranz und gegen rechte Gesinnung aus der Taufe heben wollten. Nicht erst seit den aktuellen Ereignissen um die rechte Terrorgruppe hatte es ausgehend von der Organisation des “Zugs der Erinnerung” Bestrebungen zur Gründung eines solchen Bündnisses gegeben. Als Vorbild diente das Bündnis aus dem Kreis Düren.

Zum Eingang der Veranstaltung informierte der ausgewiesene Experte für das Thema Rechtsextremismus und die rechte Szene in der Region Aachen, Heinsberg, Düren und Euskirchen, Michael Klarmann, sehr eindrücklich über bestehende Strukturen in unserer Region. Er berichtete beispielsweise von Treffen und Veranstaltungen im Kreis Euskirchen, die von Personenkreisen aus dem rechten Milieu veranstaltet wurden. Sein Vortrag machte deutlich, dass auch der Kreis Euskirchen nicht von rechtsextremen Strömungen und organisierten rechten Strukturen verschont bleibt. Seinen Ausführungen nach sind Schwerpunkte organisierter Aktivitäten im Kreis Euskirchen in der Stadt Euskirchen, Kall und Bad Münstereifel auszumachen. Diese Tatsachen rechtfertigen eine Gründung eines solchen Bündnisses umso mehr.

Das Bündnis, das den Anspruch erhebt, ein überkonfessionelles und überparteiliches Bündnis zu sein, wird zukünftig durch ein neu gegründetes Organisationsteam koordiniert. Daneben gibt es insgesamt 5 Arbeitskreise, die die inhaltliche Arbeit entwickeln und umsetzen sollen. Die Arbeitskreise stehen jedem Interessierten offen.

Gerade die große Anzahl an Menschen aus dem ganzen Kreis Euskirchen und aus den verschiedensten Institutionen sowie viele Privatleute haben mich positiv überrascht und lassen auf eine produktive Arbeit hoffen. Einziger Wermutstropfen, den ich sehe, ist eine gewisse Konzentration auf das Gebiet des Südkreises. So sind die maßgeblichen Träger des Bündnisses die katholische und evangelische Kirche. Beide Kirchen haben jedoch vom Gebiet des Kreises Euskirchen abweichende Vewaltungsgebiete. Bei der Veranstaltung waren, meiner Wahrnehmung nach, von den Kirchen lediglich das südliche Bistum bzw. die südliche Kircheneinheit vertreten. Repräsentanten der Kirchen aus dem Nordkreis habe ich keine gesehen. Hoffentlich wird sich der räumliche Wirkungskreis der das Bündnis tragenden Einrichtungen sich auf das gesamte Kreisgebiet verteilen.

Das Bündnis steht jedem Interessierten zur Mitarbeit offen. Es ist gerade auf die Mitarbeit, insbesondere auch aus Institutionen und Vereinen angewiesen. Es möchte Bewußtsein für die Problematik schaffen und Aufklärungsarbeit leisten. Dazu sollen verschiedene Aktionen und Aktivitäten ab Anfang 2012 entwickelt werden.

Das Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt findet man auch bei Facebook.