Baby Begrüßungspaket der Stadt Werne, www.werne.de

Baby Begrüßungspaket der Stadt Werne, www.werne.de

Es ist nur ein Baustein im sogenannten FamilienUnterstützungsNetzwerk (EU-FUN), aber der markanteste: die Babybegrüßungspakete. Weitere Bausteine des Netzwerks im Kreis Euskirchen sind die bessere Vernetzung der Familienzentren und die Optimierung von Unterstützungsangeboten.

Seit einiger Zeit probeweise in der Stadt Euskirchen vom Kreisjugendamt durchgeführt, werden alle Neugeborenen besucht und bekommen ein Begrüßungspaket überreicht. Die einjährige Testphase läuft nun aus und es wird bei den Kommunen abgefragt, ob sie sich an dem Projekt beteiligen wollen. (z.B. Weilerswist dafür, Blankenheim dafür, Dahlem dagegen)

Der Kreis nimmt die Aufgabe war, finanziert die Stellenanteile allerdings über die Kreisumlage. Um nicht erneut in die leidige Diskussion über freiwillige Leistungen des Kreises einzutreten, entscheiden die Kommunen selbst über ihre Teilnahme.

Die Stadt Bad Münstereifel hat sich nun für eine Teilnahme ausgesprochen. Bürgermeister und Verwaltung haben sich gegen das Projekt ausgesprochen, es sei nicht finanzierbar. Auf Drängen der SPD-Fraktion hat sich der zuständige Ausschuss nun für eine Teilnahme ausgesprochen.

Auf Bad Münstereifel kommen über die Kreisumlage Kosten für eine 0,13 Stelle zu. Darüber hinaus hat die Stadt das Begrüßungspaket zu bestücken. In anderen Kommunen wird das über Sponsoren abgewickelt, das wäre auch in Bad Münstereifel möglich.

Die Argumentation, es sei zu kostspielig, ist zu kurz gesprungen. Sicher kommen in einem ersten Schritt Mehrkosten auf die teilnehmenden Kommunen zu, allerdings handelt es sich hierbei um eine präventive Maßnahme. Gerade im Bereich der Kosten für Hilfen zur Erziehung und für Unterbringung von Kindern liegt eine der Haupt-Belastungen des Kreishaushaltes. Kann man nun mittelfristig diese Ausgaben über frühere Maßnahmen, wie das Unterstützungsnetzwerk, senken, so spart man nachhaltig.

Die Stadt Dormagen, die dieses Konzept entwickelt hat, hat gute Erfahrungen und erste Einsparungen. Das war ein Grund, warum die SPD im Kreis Euskirchen dieses Konzept zur Umsetzung im Kreis EU beantragt und sich stark für eine Realisierung eingesetzt hat.

Darüber hinaus ist es für viele Familien eine willkommene Hilfestellung bei der neuen und manchmal belastenden Situation ein Kind bekommen zu haben. Darüber hinaus wird hier nicht nach sozialem Status diskriminiert, denn es werden alle Familien angeschrieben. Wer keinen Besuch vom Jugendamt bekommen möchte, muss den auch nicht zulassen und hat mit keinen Nachteilen zu rechnen. In Dänemark, wo das Projekt seit Jahrzehnten läuft, wird auch die Königsfamilie bei Nachwuchs vom Jugendamt besucht.

Mehr Informationen zum Projekt, das maßgeblich vom Präsident des Deutschen Kinderschutzbunds, Heinz Hilgers, der auch lange Jahre SPD-Bürgermeister in Dormagen war, bekommt man hier:

Wikipedia

Stadt Dormagen (pdf)

Hier ein Link zum Verein EU-FUN e.V., der sich zur ehrenamtlichen Unterstützung des Projektes gegründet hat.