Outlet Center macht Verkehrskonzept erforderlich

Nachdem es bisher immer nur um einzelne Fragestellungen im Zusammenhang mit dem Outlet-Center ging, hat die Stadtverwaltung völlig aus den Augen verloren, dass die erwarteten zwei Millionen Besucher auch eine gesonderte Betrachtung der Verkehrssituation erforderlich machen. Deshalb hat die SPD jetzt beantragt ein Verkehrskonzept zu erarbeiten.

Uns ist dabei wichtig, dass das Wohnen, Arbeiten und Leben in der Kernstadt weiter möglich bleibt. Das soll als oberste Anforderung an ein Konzept im Vordergrund stehen. Auch die CDU hat sich nun für ein Verkehrskonzept ausgesprochen, was zu begrüßen ist. In dieser Sache scheinen wir also nicht weit auseinander zu liegen. Uns ist dazu wichtig, dass alle Betroffenen – Bewohner, Kunden, Besucher und Gewerbetreibende – in die Planung mit einbezogen werden.

Hier der Wortlaut der entsprechenden Pressemitteilung der SPD:

Die SPD Bad Münstereifel spricht sich für ein Verkehrskonzept für die Kernstadt aus. Es
solle eine parteiübergreifende Lösung unter Beteiligung aller Betroffenen gefunden werden.

Damit reagieren die kurstädtischen Genossen auf die Diskussion um eine mögliche
Fußgängerzone in der Orchheimer Straße.

“Wir können die Orchheimer Straße nicht isoliert betrachten. Wenn das Outlet die
erwarteten zwei Millionen Gäste anzieht, dann müssen wir uns den Verkehr im Mauerring
komplett angucken” beschreibt SPD-Fraktionsvorsitzender Anton Schmitz das Anliegen der
SPD.

Ein gefordertes Konzept müsse dabei einigen Anforderungen gerecht werden. So wollen die
Genossen unter anderem das Wohnen innerhalb der historischen Stadtmauer auch bei
Betrieb des Fashion Outlets möglich halten.

“Wir wollen nicht, dass die Stadt zu einem Museum verkommt, in dem die Häuser nur noch
aus Fassaden bestehen” so Schmitz weiter.

„Die Erreichbarkeit der innerhalb des Mauerrings ansässigen Einzelhändler und
Dienstleister (Ärzte, Rechtsanwälte, etc.) sowie Schulen, Kindergärten, Kirchen und
öffentlichen Einrichtungen“ solle gewährleistet bleiben, heißt es im SPD-Antrag.

“Auch mit Eröffnung des Outlets werden weiterhin Menschen in der Kernstadt ihren Arzt
besuchen müssen und ihre alltäglichen Besorgungen machen, dem muss die
Verkehrsregelung gerecht werden” beschreibt Schmitz die Zielrichtung des Antrages.

Aus diesem Grund bedarf es nach Vorstellung der SPD auch einer „validen und belastbaren
Untersuchung“ der Verkehrsströme, auf Grundlage derer ein gefordertes Konzept erstellt
werden soll.

“Wir werden in den kommenden Wochen mit vielen Kunden und Einzelhändlern,
Gastronomen und Pächtern in der Innenstadt ins Gespräch kommen um deren Erwartungen
und Anregungen aufzunehmen. Uns ist es wichtig, dass bei dieser Frage eine möglichst
einvernehmliche Entscheidung getroffen werden kann” führt Schmitz aus.

Weiter soll nach Vorstellung der Genossen bei Erstellung eines solchen Konzepts die
Möglichkeiten von Anwohnerparkregelungen betrachtet werden.

Und hier der Antrag der SPD-Fraktion:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Büttner,
die SPD-Stadtratsfraktion beantragt es möge beschlossen werden:

Die Stadtverwaltung wird beauftragt ein Verkehrskonzept für alle Zu- und Ausfahrtsstraßen der
Kernstadt (Orchheimer Straße, Delle, Alte Gasse, Langenhecke und Heisterbacher Straße) und
der Parkregelungen innerhalb des Mauerrings unter Berücksichtigung der zu erwartenden
Verkehrszunahme aufgrund des Outlet Centers erstellen. Bei der Erstellung eines solchen
Konzepts ist ebenso die Möglichkeit von Anwohnerparkregelungen zu untersuchen. In einem
weiteren Schritt ist auch eine Konzeption für die gesamten Verkehre des Kernstadt zu erstellen.

Diese Konzeption soll folgenden Anforderungen und Zielen gerecht werden:
• Es soll eine parteiübergreifende, möglichst konsensuale Lösung unter Einbeziehung aller
Betroffenen und Beteiligten mit echter Bürgerbeteiligung gefunden werden.
• Die Bewohnbarkeit der Kernstadt mit Anfahrt- und Parkmöglichkeiten wird erhalten.
• Die Erreichbarkeit der innerhalb des Mauerrings ansässigen Einzelhändler und
Dienstleister (Ärzte, Rechtsanwälte, etc.) sowie Schulen, Kindergärten, Kirchen und
öffentlichen Einrichtungen bleibt gewährleistet. Dazu gehören adäquate Zu- und
Abfahrtsmöglichkeiten, sowie Parkgelegenheiten.
• Eine solche Konzeption greift erst mit Eröffnung des Outlet Centers.
• Eine Konzeption erfolgt auf Grundlage einer validen und belastbaren Untersuchung der
Verkehrsströme innerhalb der Kernstadt.

Begründung:
Die Frage einer Fußgängerzone in der Orchheimer Straße darf nicht isoliert betrachtet werden.
Die zu erwartenden Besuchermengen machen eine Betrachtung der gesamten Verkehrsströme
in der Kernstadt und sich eine daraus möglicherweise ergebende Neuordnung erforderlich. Die
Lebensfähigkeit der Kernstadt als Wohnbereich und Versorgungs- und Dienstleistungsbereich
hängt von der Erreichbarkeit und der Möglichkeit zu parken ab. Deshalb sind alle Zu- und
Ausfahrtsstraßen der Kernstadt in eine solche Lösung mit einzubeziehen.

Mit freundlichen Grüßen
Anton Schmitz

Kommentar schreiben

4 Kommentare.

  1. Gier fressen Hirn.Und damit meine ich nicht nur diese Grossinvestoren, sondern auch die, welche leichtfertig ihre Immobilie an die Heuschrecken verkauft haben.Auch bei denen kann man sich für ein kaputtes Städtchen bedanken.

  2. Verkehrskonzept « www.thilo-waasem.de - pingback on 29. November 2012 um 10:46
  3. Verkehrskonzept | www.thilo-waasem.de - pingback on 21. Juni 2013 um 11:34

Kommentar schreiben

Hinweis - Du kannst dies benutzenHTML tags and attributes:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Trackbacks und Pingbacks: