JA zu mehr Kinderbetreuung – NEIN zum Betreuungsgeld

Das Betreuungsgeld, das die Bundesregierung (eigentlich nur die CSU) einführen will, ist in aller Munde. Eltern sollen Geld bekommen, wenn sie ihre Kinder nicht in eine Kindertagesstätte anmelden. Man soll also Geld bekommen dafür, dass man eine staatliche Leistung nicht in Anspruch nimmt. Das ist an sich schon eine neue Logik im System der staatlichen Transferleistungen. Nach dieser Logik könnte die Stadt Köln auch jedem Bürger Geld geben dafür, dass er nicht in die Oper oder den Zoo geht.

Das Betreuungsgeld soll zwischen 1,2 Milliarden und 2,2 Milliarden Euro kosten. Geld, das an anderen Stellen insbesondere wegen der bald geltenden Schuldenbremse fehlt. Das ist vor allem ärgerlich, es an Betreuungsplätzen fehlt. Der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz auch unter 3 Jahren, stellt alle Kommunen vor schwierige finanzielle Probleme. Da ist es besonders ärgerlich, wenn 2 Milliarden Euro für eine von allen Experten abgelehnte Maßnahme aus dem Fenster geworfen werden.

Inhaltlich lehnen alle Experten das Betreuungsgeld ab, weil es fatale Folgen für Arbeitsmarkt, Chancengleichheit der Frauen und Entwicklungschancen vieler Kinder hat. Nach einer Studie erhöht sich für Kinder die Wahrscheinlichkeit, ein Gymnasium zu besuchen, wenn sie auch in der Krippe waren – von durchschnittlich 36 auf rund 50 Prozent. Bei so genannten benachteiligten Kindern ist die Wahrscheinlichkeit sogar um zwei Drittel höher! Statt notwendiger Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf senkt das Betreuungsgeld besonders die Frauenerwerbsquote, so lautet das Ergebnis des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), welches die Folgen des 2006 in Thüringen eingeführten Betreuungsgeldes analysierten.

Ein Auswahl der entsprechenden Einschätzungen:

“Das Betreuungsgeld lässt uns keine Wahl”, Cicero
“Die Auswirkungen von Ganztagesbetreuung für die Kinder von Alleinerziehenden,” Institut der deutschen Wirtschaft
“Forscher warnen vor negativen Effekten für Kinder”, Süddeutsche Zeitung
“Schlechte Noten für Herdprämie”, Kölner Stadt-Anzeiger
“Studie: Betreuungsgeld im Ausland mit negativen Folgen”, Handelsblatt

Mehr Infos bekommt man zusammengefasst hier, oder auf dem Portal zur Herdprämie, der SPD.

Hier kann man die Petition der bayrischen SPD unterstützen und unterschreiben.

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1 Kommentare.

  1. Sicherlich ist es schön die Möglichkeit zu haben länger für sein Kind zu Hause sein zu können, aber mit 150 Euro kommt man sicherlich nicht weit und auf Dauer ist dies auch keine zufriedenstellende Lösun, die man in Anspruch nehmen kann.

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